Aufführung der Theater-AG: Antigones Traum

Nach zwei Komödien hat sich die Theater-AG in diesem Jahr wieder einem tragischen Stoff zugewendet und dabei eine der ältesten und bekanntesten Theaterfiguren überhaupt in den Blick genommen: Antigone, erstmals im 5. Jahrhundert vor Chr. von Sophokles in der Ur-Demokratie des alten Athen auf die Bühne gebracht und seither von vielen Dichtern wieder aufgegriffen und neu bearbeitet, verkörpert einen Konflikt, dem Menschen sich immer wieder ausgesetzt sehen: Wem sollen wir uns mehr verpflichtet fühlen, unserem Gewissen oder dem Gesetz?
Antigones Brüder haben im Krieg gegeneinander gekämpft. Eteokles, der auf der Seite des Königs Kreon steht, tötet dabei seinen Bruder Polyneikes. Kreon verbietet, dass dessen Leiche dem Brauch entsprechend bestattet werden darf. Antigone, die ihrem eigenen Gesetz folgt, rebelliert dagegen und versucht, den Bruder heimlich zu bestatten. Doch dann werden auch ihre kleine Schwester Ismene und Antigones Freund Hämon, der ausgerechnet Kreons Sohn ist, in das Geschehen hineingezogen…
Auch und gerade nach 2500 Jahren sehen wir die große Bedeutung dieses Stücks in einer Zeit, in der viele Menschen immer stärker die riesige Kluft zwischen ihrem Gefühl von Gerechtigkeit und den Taten der Herrscher und Regierenden in der Welt wahrnehmen.