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Schweigegang zum 9. November – Gedenken in Lechenich

Am 9. November fand auch in diesem Jahr wieder der traditionelle Schweigegang des Gymnasiums Lechenich statt. Gemeinsam mit Erftstädter Bürgerinnen und Bürgern erinnerten unsere Schülerinnen und Schüler an die Opfer der Reichspogromnacht von 1938 und an das Leid der jüdischen Mitmenschen in Erftstadt.

Der Schweigegang soll daran erinnern, wohin Ausgrenzung, Hass und Intoleranz führen können – und daran, dass wir aus der Geschichte lernen müssen, um solche Ereignisse niemals zuzulassen. Dieses gemeinsame Gedenken ist fester Bestandteil unserer Schulkultur und wird jedes Jahr am 9. November begangen.

Unser Weg begann am alten jüdischen Friedhof in Lechenich. Von dort zogen wir still durch die Stadt, vorbei an Orten des Erinnerns, und endeten schließlich auf dem Lechenicher Marktplatz, wo wir gemeinsam eine Schweigeminute hielten. Den Abschluss bildete ein berührendes Klarinettensolo, das die Stimmung des Moments eindrucksvoll unterstrich.

Zwischen den einzelnen Stationen gab es Redebeiträge, die das historische Geschehen und seine Bedeutung für die Gegenwart hervorhoben:
– hier können sie die Redebeiträge verlinken –

Der Schweigegang ist mehr als nur ein Erinnern – er ist ein Zeichen gegen das Vergessen und ein Aufruf zum Handeln. Gerade heute, in einer Zeit, in der Antisemitismus und Hass wieder zunehmen, bleibt es wichtig, Haltung zu zeigen und für Menschlichkeit einzustehen.

So endet auch dieses Jahr unser gemeinsamer Gang – still, nachdenklich, aber mit dem klaren Wunsch, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

Allen Widrigkeiten zum Trotz: israelische Schülerinnen und Schüler zu Besuch in Lechenich!

Wir hatten es bis kurz vorher nicht geglaubt, dass die SchülerInnen unserer israelische Partnerschule in Maalot-Tarshia wirklich vom 27.9. bis 6.10. zu uns kommen würden! Umso größer war die Freude, als wir dann am Flughafen 9 Schülerinnen und 2 Schüler mit 2 Begleitungen in Empfang nehmen konnten. Wir bedanken uns ausdrücklich bei den deutschen Familien, die Gäste aufgenommen haben, obwohl die eigenen Kinder derzeit nicht nach Israel werden fliegen können. Viele Familien haben ihre Urlaubspläne geändert und waren immer für Fahrdienste zur Stelle!

Unsere israelischen Gäste, die zur arabischen Minderheit in Israel gehören und in der Mehrheit Christen sind, wohnen in der Grenzregion zum Libanon und genossen es sichtlich, sich hier frei bewegen zu können und unbedroht zu sein. Sie nahmen interessiert an den Workshops in der Schule teil, wo zur Erziehung in den beiden Ländern und zur Sprache gearbeitet wurde, wo Musik Verbindung aufbaute und gemeinsam Brot gebacken wurde. Zudem erinnert nun eine Wand der Begegnung an den Besuch der Gäste und verleiht dem gemeinsamen Wunsch nach Frieden Ausdruck. Zusammen mit den deutschen Jugendlichen entdeckten unsere Gäste die UNESCO-Welterbestätten in Köln und Brühl (bei bestem Wetter) und die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn (unter abenteuerlichen Wetterbedingungen …). Ein Höhepunkt der Austauschwoche war der gemeinsame Abend mit Eltern und Geschwistern am Liblarer See. Gemeinsam hatten die Schülerinnen und Schüler Gerichte für das Büffet vorbereitet, wobei teilweise viele Telefonate mit (Groß-)Müttern zuhause vorausgegangen waren. So konnten wir wenigstens über die Speisen eine Vorstellung von dem uns fremden Land aufbauen. Ein Crashkurs in Dabkeh, einem arabischen Gemeinschaftstanz, rundete den Abend ab. Den Tag der Deutschen Wiedervereinigung gestaltete jede Familie nach ihren Vorstellungen und abends gab es zur Feier des Tages Rievkoche für alle. Vielen Dank für die großzügige Einladung!

Der Nahostkonflikt ist so vielschichtig, dass es schwer ist, die einzelnen Positionen zu durchschauen. Dennoch halten wir es für wichtig, in den interkulturellen Dialog zu treten und so erfahrbar zu machen, dass auf jeder Seite Menschen leben, die genauso wie wir Träume, Wünsche und Ideen haben.  Wir hoffen, auf diese Weise ein wenig zum Frieden beitragen zu können.

Ein besonderer Dank gilt Fr. Tietze und Fr. Liedtke, die mit viel Elan und Improvisationsgeschick ein vielfältiges und buntes Programm für unsere Partnerschule gestaltet haben. Ebenso danken möchten wir Fr. Middel für die tatkräftige Unterstützung und den KollegInnen Bogert, Meyer, Roggendorf und Schindler für ihre Workshops.

 

🕊️ #plusEINS – Unsere Friedensaktion am Gymnasium Lechenich

 Kleine Taten. Große Wirkung. Gemeinsam für den Frieden.

In einer Welt, in der oft das Trennende im Vordergrund steht und in der das Band der beängstigenden Nachrichten und den Bildern von Kriegen in der Welt nicht abreißt, wollen wir als Schulgemeinschaft auch in diesem Jahr ein Zeichen setzen – für Miteinander, Mitgefühl, Menschlichkeit und der Hoffnung auf Frieden und eine bessere Welt. Mit der Aktion #plusEINS rufen wir dazu auf, zwei Wochen lang jeden Tag eine kleine gute Tat mehr als sonst zu tun.

Das Ziel: durch bewusstes, freundliches Handeln den Alltag anderer Menschen ein Stück heller machen – und damit zeigen, dass Frieden nicht nur ein großes politisches Ziel ist, sondern bei uns selbst beginnt. Jede Geste zählt.

So funktioniert’s:
Vom 30.06. bis 11.07.2025 überlegen sich alle Mitglieder der Schulgemeinschaft – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Mitarbeitende – täglich eine kleine Friedenshandlung, mit der sie (anderen) etwas Gutes tun.

Das kann ganz einfach sein, zum Beispiel:

  • ein freundliches Gespräch an der Supermarktkasse
  • jemanden an der Kasse vorlassen
  • eine Blume verschenken
  • Müll aufheben, der einem nicht gehört
  • jemanden anlächeln oder mit Namen grüßen
  • ein Kompliment machen – auch an Fremde
  • einen Anruf bei jemandem, der sich vielleicht einsam fühlt
  • freiwillig im Haushalt helfen
  • ein Danke sagen an die Menschen, die oft übersehen werden
  • eine liebe Botschaft an den Postboten, die Reinigungskraft oder einen lieben Menschen

Jede Geste zählt!
Ob sichtbar oder still, ob spontan oder geplant – du entscheidest, was dein Beitrag ist. Wichtig ist, dass wir bewusst etwas Gutes tun – jeden Tag ein kleines Stück mehr. Was zählt, ist die Haltung dahinter: Ich will heute bewusst etwas Gutes tun. #plusEINS eben.
Lasst uns zeigen, wie viel Kraft in kleinen Dingen steckt. Denn Frieden beginnt im Kleinen – bei jedem Einzelnen von uns.

Visualisiert werden soll die Aktion, indem für jede gute Tat mehr ein weißer Punkt auf eine schwarze 1×1 Meter große Tafel geklebt werden kann.

Mach mit! Werde Teil von #plusEINS

(Abbildung: Fobizz-KI)

Austausch mit unserer Partnerschule in Israel Herbst 2025

Die schlechten Nachrichten aus dem Nahen Osten reißen nicht ab, aber wir möchten den Austausch mit unserer Partnerschule in Tarshia aufrechterhalten und im Herbst 2025 eine Schülergruppe einladen, leider ohne zu wissen, ob und wenn wann ein Gegenbesuch möglich sein wird.

Tarshia-Maalot ist eine der wenigen Ortschaften in Israel, in der Israelis und Palästinenser zusammenleben. Unsere Austauschpartner sind arabische Israelis und damit ChristInnen und Muslime/Muslimas.

Das Programm bietet die Möglichkeit interkulturellen Lernens. Auch wenn die Welt durch die digitalen Medien zusammengerückt zu sein scheint, werden Unterschiede zu entdecken sein, die spannend sind und uns bereichern können. „We share our similarities and celebrate our differences“ – war der Leitspruch unserer vergangenen Begegnung.

Der Austausch ist und soll ein besonderes Highlight unseres schulischen Angebotes bleiben und hat für uns nicht zuletzt als UNESCO-Projektschule, die auf kulturelle Vermittlung und Friedenserziehung bedacht ist, einen besonderen Stellenwert. „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden“ – dies ist die Leitidee der UNESCO. Wir wollen Frieden im Geiste verankern und eine Basis für Völkerverständigung legen.

Wissenswertes:

  • Der Austausch richtet sich an die SchülerInnen ab der Jgst. 10 (2025/26)
  • Die Austauschsprache ist Englisch.
  • Die Gäste kommen für ca. 10 Tage.

Daten des Austausches:

  • Anmeldeschluss: Montag, 31.03.25 um 13 Uhr:
  • Besuchszeitraum: Oktober 2025 vor den Herbstferien

Ansprechpartnerinnen:

Gudrun Liedtke  (liedtke@gymnasium-lechenich.de) und Corinna Tietze (tietze@gymnasium-lechenich.de)

 

…Klick hier für das Anmeldeformular

Musikalisches Gemeinschaftsprojekt für den Frieden

„Für den Frieden – Hände reichen, Brücken bauen“, so lautet das Motto des diesjährigen UNESCO-Projekttages, der um den 26. April (den Tag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl) herum alle zwei Jahre weltweit an allen UNESCO-Schulen stattfindet. Auch unser Gymnasium ist seit einigen Jahren Teil dieses globalen Netzwerkes und möchte dieses leider sehr aktuelle Thema mit Leben füllen.

In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Freien Waldorfschule Erftstadt soll dabei die besondere verbindende Kraft der Musik im Mittelpunkt stehen. Dazu wurde der irischstämmige, in Kanada lebende Sänger und Songwriter Paul O´Brien eingeladen, an drei Tagen vom 23. – 35. April gemeinsam mit einer Gruppe von 30 Jugendlichen aus Lechenich und Liblar ein Konzertprogramm zu dem Motto zu erarbeiten. Neben seinen Konzerten hat Paul O´Brien in Deutschland bereits mehr als 300 Schulen besucht. Auch  bei uns in Lechenich war er bereits mehrfach zu Gast und konnte seine besondere Gabe unter Beweis stellen, Begeisterung zu wecken und über das gemeinsame Singen auch andere Fähigkeiten zu stärken wie Selbstvertrauen, Toleranz und gegenseitige Unterstützung und damit zur Persönlichkeitsbildung beizutragen.

Der Workshop wird im neu gebauten Saalbau der Waldorfschule in Liblar stattfinden, wo am Donnerstag, 25.04. um 19 Uhr auch das öffentliche Abschlusskonzert beginnt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind aber möglich für einen guten Zweck, der ebenfalls gemeinsam festgelegt werden soll. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Möglichkeit nutzen, sich von den Ergebnissen des musikalischen Engagements der Jugendlichen zu überzeugen, einen neuen interessanten Veranstaltungsort in Erftstadt kennenzulernen und dabei auch noch etwas Gutes zu tun. Finanziell wird das Projekt ermöglicht durch die Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln und den Förderverein des Gymnasiums.

 

Gegen das Vergessen – Gedenken an die Reichspogromnacht

Dieses Jahr jährt sich die Reichspogromnacht zum 85. Mal: am 9. November 1938 brannten in Deutschland 1400 Synagogen, Gebetsräume und weitere jüdische Versammlungsstätten. Mehrere tausend Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden in der Reichspogromnacht und in Folge zerstört oder geschändet. Mit dem Schweigegang
durch Lechenich erinnern wir an dieses Datum. 

Wir treffen uns am 09.11.2023 um 17.40 Uhr vor dem Modulbau, um dann
gemeinsam zum Treffpunkt am Friedhof zu gehen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

 

 

 

 

Friedensaktion am 19. Oktober

Friedenserziehung ist für uns als UNESCO-Projektschule ein wesentlicher Bestandteil unserer Bildungsarbeit. So hat die Schule bereits im Herbst 2021 die Schulgemeinschaft zu der Aktion „1000 Kraniche für den Frieden“ aufgerufen, im März 2022 den Schriftzug PEACE gestellt und die jährlich am 9. November stattfindenden Schweigegänge und die alle zwei Jahre stattfindenden Projekttage und die Auschwitzfahrt sind feste Bestandteile unserer schulischen Arbeit geworden.

Hier finden Sie den Bericht über unsere Friedensaktion am 19. Oktober. 

Aufstehen für den Frieden

Aufstehen, ein Zeichen setzen, nicht resignieren und gemeinsam etwas tun – das war unsere Motivation am Freitag, den 4.3. Um 10.45 h begaben sich die Jüngeren auf ihre Plätze, bis zehn Minuten später die Q 2 die letzten Lücken gefüllt hatte. Um 11.00 h konnte dann von der Drohne aus dieses Foto aufgenommen werden. Das strahlende Wetter trug mit zum Erfolg der Aktion bei.

Lernende, Unterrichtende und Mitarbeitende des Gymnasiums Lechenich stehen ein für den Frieden und ein Recht auf Bildung in Frieden!

 

 

Flagge zeigen

Keiner konnte es sich vorstellen und wollte es glauben: mit seinem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar hat der russische Präsident Putin Fakten geschaffen, die uns betroffen machen und letzten Endes auch betreffen.

Menschen haben schon ihr Leben verloren, andere befinden sich auf der Flucht. Der Ukraine ist das Recht genommen worden, frei über ihre politische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung zu entscheiden. Der nach dem Mauerfall eingeleitete Friedensprozess und die auf demokratischen Werten beruhende Weltordnung der vergangenen 30 Jahre sind damit erst einmal hinfällig und die Zukunft unsicher.

Auch wenn die Europäische Union und Amerika mittlerweile harte wirtschaftliche Sanktionen auf den Weg gebracht haben, um Russland früher oder später dazu zu bewegen, wieder diplomatische Verhandlungen aufzunehmen, fühlen sich viele rat- und hilflos angesichts der Tatsache, der russischen Aggression nur ohnmächtig zuschauen zu können. Können wir einfach so weitermachen, Schule wie immer?

Das Gymnasium Lechenich setzt sich für demokratische Werte, Toleranz und Vielfalt ein und wir wissen, dass dieses Denken auch von Menschen in Russland oder russischen Mitbürgern in Deutschland geteilt wird. Wir möchten Sie und euch ermuntern, wann und wo immer es möglich ist, Solidarität mit den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine zu bekunden. Wir werden das Thema im Unterricht aufgreifen und planen auch ein sichtbares Zeichen.

Lehrerrat und Arbeitskreis UNESCO* des Gymnasiums Lechenich

*29 Nationalkommissionen der UNESCO aus Europa und darüber hinaus haben auch eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht: