Erdkunde

Erdkunde

Das Fach

Das Leben ist wie ein Buch,
und wer nicht reist, liest nur ein wenig davon.
Jean Paul (1763 – 1825)

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Wir reisen mit den Schülerinnen und Schülern – mal in der Phantasie, mal mit dem Finger auf der Landkarte, vielleicht auch mal mit Bus & Bahn, und bekommen dabei einen Einblick sowohl in die nahe Umgebung als auch in fremde Lebensräume und Kulturen.

Was ist Erdkunde?

Erdkunde oder Geographie (griechisch: geo = Erde; graphein= beschreiben) ist die Wissenschaft, die sich mit der räumlichen Struktur und Entwicklung der Erdoberfläche befasst, sowohl in ihrer physischen Beschaffenheit wie auch als Raum und Ort des menschlichen Lebens und Handelns. In der Geographie geht es, allgemein ausgedrückt, um die Welt, in der wir leben.

Wo liegt Ouagadougou? In welches Gewässer mündet der Rhein? Was ist die Hauptstadt von Vietnam? All das sind Fragen, die viele Menschen mit dem Fach Erdkunde verbinden. Allerdings umfasst Erdkunde heute viel mehr als nur das Erlernen von topographischen Elementen. Das Fach Erdkunde beschäftigt sich mit naturgeographischen, ökologischen, politischen, wirtschaftlichen sowie sozialen Strukturen und Prozessen und stellt damit eine Verbindung von naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen her. Die spezifische Bedeutung des Erdkundeunterrichts liegt in der Erfassung des Raumes als Rahmenbedingung menschlichen Lebens.

Aktuelle Themen wie Globalisierung, Klimawandel, Erdbeben, Hochwasser, Stürme, aber auch Bevölkerungsentwicklung, Disparitäten, Tourismus und Ressourcenkonflikte sind Teil des Erdkundeunterrichts. Erdkunde ist traditionell ein methoden- und medienintensives Fach. Anschaulichkeit spielt hier eine große Rolle. Die Schülerinnen und Schüler lernen geographisch relevante Informationen aus unterschiedliche Medien (z.B. Karten, Satellitenbilder, Texte, Diagramme, Tabellen, Profile,…) oder unmittelbar durch originale Begegnungen wie Befragungen oder Erkundungen zu gewinnen. Insgesamt trägt das Fach dazu bei, vernetztes und problemlösendes Denken zu fördern. Das Beispiel der Schülerin (s. Artikel aus der Berliner Morgenpost vom 3.1.2005) zeigt, wie wichtig Sachkompetenzen sowie die Fähigkeiten zur Beurteilung von Erscheinungen und zum situationsgerechten Handeln sind.

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Quelle: www.dkkv.org/upload/downloads/Tsunami_updated.pdf

Erdkunde am Gymnasium Lechenich

Am Gymnasium Lechenich wird Erdkunde in den Klassen 5, 7 und 9 mit jeweils 2 Wochenstunden sowie in der Einführungs- und Qualifikationsphase mit jeweils 3 Wochenstunden im Grundkurs und 5 Wochenstunden im Leistungskurs unterrichtet. Der Oberstufenunterricht findet nach Möglichkeit im Erdkunde-Fachraum (A204) statt, der mit einer Einheit aus Laptop/Beamer, aktuellen Wandkarten von Europa und der Welt sowie Atlanten und zusätzlicher Fachliteratur ausgestattet ist.
Außerdem nehmen jedes Jahr Schülerinnen und Schüler der Stufen 5 – Eph am bundesweiten Geographie-Wettbewerb Diercke Wissen (http://www.diercke.de/wissen) teil.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen 

ist die Weltanschauung der Leute, 

welche die Welt nicht angeschaut haben.

Alexander von Humboldt (1769-1859) 

 

 

Lehrteam

Nathalie Derpa (Erdkunde + Englisch) (Mutterschutz und Elternzeit)
Daniel Gießmann (Erdkunde + Sport)
Maren Kerstiens (Erdkunde + Biologie)
Simone Thomala (Erdkunde + Englisch + Sozialwissenschaften)

Lehrpläne

Exkursionen

8. November 2019

Eine Zeitreise durch Köln – Tag der Offenen Tür am Geographischen Institut der Uni Köln

Am Freitag, den 08.11.2019, hat der Erdkunde LK der Q2 in Begleitung von Frau Kerstiens an einer Exkursion durch die Kölner Innenstadt teilgenommen. Hintergrund der Exkursion war das Unterrichtsthema Stadtentwicklung. Am Bahnhofsvorplatz nahe des Kölner Doms, wo wir unsere Stadtführerin vom Geographischen Institut der Uni Köln getroffen haben, startete unsere 2,5 Stunden lange Wanderung durch die Alt- und Neustadt von Köln. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte Kölns sind wir zunächst in Richtung Eigelstein gelaufen. Dort, vor dem Eigelsteintor, einem Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtmauer, haben wir die Stadtentwicklung Kölns von der Römerzeit bis ins Mittelalter nachvollzogen.

Weiter ging es entlang der ehemaligen Stadtmauer bis hin zum Gerling-Quartier im Friesenviertel, wo heute große Teile der Gebäude unter Denkmalschutz stehen. Das Areal wurde mittlerweile geräumt und umfunktioniert und bietet nun vor allem teuren Wohnraum.

Als vorletzte Station ging es zum Rudolfplatz, wo sich noch heute das Hahnentor, ebenfalls ein Überbleibsel aus der Mittelalterzeit, befindet.

Zum Abschluss des Tages ging es zum Geographischen Institut der Uni Köln. Im Hörsaal stellte zunächst ein Schüler aus Odenthal seine Facharbeit vor, für die er dieses Jahr von der Gesellschaft für Erdkunde mit dem Prill-Preis ausgezeichnet wurde. Er beschäftigte sich darin mit der möglichen Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 bis nach Odenthal. Es folgten insgesamt drei weitere Vorträge von verschiedenen Dozenten zu den Themen Sport und Naturschutz, Weekends for Future sowie Stadtentwicklung in Indien.

Insgesamt war es trotz der sehr kalten Temperaturen ein spannender und sehr informativer Tag.

Aaron Bienentreu, Jgst. Q2, LK Erdkunde

6. Februar 2019

Erdkunde-Exkursion ins Ruhrgebiet

Am 06.02.19 fuhren die drei Erdkundekurse der Q1 mit Frau Kerstiens und Frau Derpa auf Exkursion ins Ruhrgebiet um Beispiele des Strukturwandels zu besichtigen. Dabei wurden wir von drei Mitgliedern des Tourismusverbands Ruhr begleitet, die uns an vier verschiedenen Stationen über die Entwicklung der jeweiligen Standorte informierten.

Die erste Station war das Thyssen-Krupp Gelände in Essen. Essen ist mit etwa 600.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Ruhrgebiets und wurde 2010 stellvertretend als Kulturhauptstadt für das gesamte Ruhrgebiet gewählt. Mit 700 Einzelgeschäften bildet der Einzelhandel heute einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Stadt, im Gegensatz zum 20. Jahrhundert, als der Bergbau noch der vorherrschende Industriesektor des Ruhrgebiets war.

Jedoch ist die Stadt um 100.000 Einwohner geschrumpft, was mit der Stahlkrise und der Schließung der Zechen in den 70er und 80er Jahren zusammenhängt. Auch das Thyssen-Krupp-Gelände zeigt die Veränderung des Ruhrgebiets: Das ehemalige Industriegelände der Firma Krupp, welches im zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, wird seit 2010 als Konzernzentrale und Verwaltungshauptsitz von Thyssen-Krupp genutzt. Der Campus besteht aus 13 Gebäuden und beinhaltet große Grünflächen sowie eine Wasserachse. Besonders auffallend ist das Hauptgebäude, welches durch seine Größe und die Zusammensetzung aus zwei L-förmigen Einzelteilen hervorsticht.

Auch das Tetraeder in Bottrop zeigt, dass die ehemals für Bergbau genutzten Flächen heute für vollkommen andere Zwecke verwendet werden können. Das Tetraeder ist ein 42 Meter hoher Aussichtspunkt in Pyramidenform, der sich auf einer Bergehalde befindet. Diese Bergehalde besteht aus dem überflüssigen Material, das beim Bergbau mit der Kohle abgetragen wird und dann von ihr getrennt wird. Vom Aussichtspunkt ist es unter anderem möglich, Essen, Oberhausen und Gelsenkirchen zu sehen

Das CentrO Oberhausen ist Europas größtes Einkaufszentrum und befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Gutehoffnungshütte, ein Stahlwerk, dessen Produktion ab Mitte der 1980er Jahre reduziert wurde. Das Gebiet war früher vor allem durch Industrie definiert und gehört heute zu Oberhausens Neuer Mitte, welche abgesehen vom CentrO unter anderem eine Veranstaltungshalle, eine Musicalbühne, den als Ausstellungsfläche genutzten Gasometer und eine Promenade mit Gastronomie sowie weitere Freizeitangebote beinhaltet.

Dieses neue Stadtzentrum Oberhausens verändert das typische industriell geprägte Bild der Stadt und macht sie attraktiver für Touristen und Besucher, was auch an den steigenden Besucherzahlen zu erkennen ist. Vor allem für Städteurlaube ist Oberhausen beliebt. Die Neue Mitte weist zusätzlich einen breit aufgestellten Branchenmix auf, wodurch die Gegend nicht wie zuvor auf nur einen Wirtschaftszweig fokussiert ist.

Der Landschaftspark Duisburg Nord, das vierte Ziel, zeigt deutlich weniger drastische Veränderungen als das CentrO Oberhausen, da das stillgelegte Hochofenwerk heute als Museum besichtigt werden kann. Im Jahr erreicht der Park etwa 1 Million Besucher.  Das Gelände wird an den Wochenenden abends beleuchtet und bietet viele Freizeitangebote, wie das Tauchen im zugehörigen Gasometer, Kinoveranstaltungen und den Hochseilgarten. Zusätzlich ist der Landschaftspark eine beliebte Filmkulisse.

Sophia Ladwein, Jgst. Q1
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